|
Der bittere Witz
Gegen Zynismus der Macht hilft nur Sarkasmus der Ohnmacht!
Wo die Macht nottut
Keiner darf Macht über andere haben, es sei denn die Eltern/Lehrer (= Erzieher an sich) über (ihre) Kinder. Die Macht ist als Basis der Erziehung notwendig, und bevor Kinder emanzipiert sind, müssen sie erzogen werden. Unerzogene Menschen sind zugleich auch unaufgeklärte Menschen, und diese sind für eine gesunde Gesellschaft gefährlich, weil Unaufgeklärtheit die Basis der politischen Macht, somit auch des jeglichen Faschismus bildet.
Von der Machtlüge
Auch die heiligste Wahrheit ist nur ein Un-Ding und eine Zumutung, wenn sie im Namen aller postuliert wird und für alle gelten sollte. Und da die Macht zwingend und unumgänglich für alle wahrhaftig sein muß, so muß man sich fragen, in wie fern die legale Macht überhaupt wahr ist und in wie fern nur eine Zumutung.
Das dümmste Sprichwort
Das Sprichwort `Wo keine Macht ist, da ist auch kein Recht` ist ungefähr das dümmste Sprichwort, das man sich vorstellen kann, jedenfalls hat es nicht das bißchen von irgendwelcher Substanz. Vorausgesetzt, der Begriff `Recht` lasse sich auch für alle bindend definieren (was eine Sache der Unmöglichen ist!), so würde das, von Macht abgesichertes Recht immer noch nur das Recht der Macht sein. Darum wäre es wesentlich sinnvoller zu sagen: wo eine Macht da unbedingt Unrecht!
Die Natur der Macht
Wem man auch die Macht in die Hände gibt - egal: er wird sie mißbrauchen. Er muß sie mißbrauchen. Die Macht lasse sich nunmal nur behalten, indem man sie benutzt: gegen alle jene, die sie nicht akzeptieren können/wollen/dürfen.
Die eiserne Monogamie
Mit der Macht, sagt Andre Malroux, mit der Macht kann man nicht flirten – man muß sie heiraten.
Das will heissen: jeder verheirateter Politiker ist ein Bigamist.
Das Wesen der Macht
Macht, jede nach außen ausgerichtete Macht, ist Gewalt an sich. Um sich zu behaupten, muß sie jede Regung der Emanzipation unterdrücken. (Emanzipation bedeutet ja `aus Gewalt entlassen`, das heißt: vom Zugriff der Macht befreien.) Eine `legal` funktionierende Macht tut das durch die feste Regel der Gesetze, doch bedeutet das nicht, daß sie damit weniger vergewaltigend ist.
Die wahre Macht der Autorität
`Wenn ich einem Mann befehle, etwas zu tun, was er nicht will, so wäre ich kein Häuptling mehr.` sagt der Häuptling der Amazona-Indios im Film `Der Smaragdwald`. Offensichtlich ist das ein Mann, der weiß wie die Macht, die wahre Macht der Autorität, funktioniert: anders als die politische Macht, die immer weiß, was für die Untertanen am besten ist, funktioniert die Macht der Autorität, nach den Wünschen des Volkes.
Aus dem Grund ist die politische Macht als pervertierte Macht anzusehen, denn sie kann nur eine rücksichtslose Durchsetzung funktionsfähig bleiben.
Natürlich erweckt auch diese pervertierte Macht den Eindruck der Autorität - zumal durch die penetrante Medienarbeit der Eindruck der Autorität vermittelt wird. So ordnet man sich scheinbar aus freien Willen dieser Macht unter, doch hat man eh keine andere Wahl: würde man sich nicht freiwillig fügen, so würde man durch Gewalt dazu gebracht, so ist es einfach billiger sich quasi `freiwillig` zu unterwerfen.
Von Macht und Schmuggeln
Der Schmuggel war wohl die ursprünglichste Form der Kampf gegen die Macht: indem man auf Waren keine Abgabe zahlte, schädigte man und minderte man die Macht.
Der Schmuggel `knackte` dann regelrecht die Allmacht der Macht. Die Gewalt nämlich, mit der sich die staatengründenden Rudeln blonder Raubtiere durchzusetzen pflegten, war brachial und lähmend, sie dürfte nicht den geringsten Widerstand dulden. Das mußte so gewesen sein, weil sich der Herrschaftsanspruch nur dann durchsetzen ließ, wo es an dem Anspruch nicht den geringsten Zweifel gab. Die Versklavten hatten keine Ahnung, daß es überhaupt auch nur im Gedanken möglich war, sich dem Anspruch zu entziehen. Das, was der Herr sagte, war die Stimme Gottes, die widerspruchs- und willenlos zu befolgen war.
Erst als man, wohl nur durch eine üble Not gezwungen, erste Erfahrungen mit Schmuggel machte, die Herrschaften somit zum Narren hielte, kam man langsam zum Erkenntnis, daß die angebliche Allmacht der Macht nur die eigene Dummheit war.
Oder mit Hans Kaspers Worten gesagt: “Die Klugheit des Fuchses wird oft überschätzt, weil man ihm auch die Dummheit der Hühner anrechnet.
Macht - heute und einst
Man meint, heute besitzt das Volk die Macht und die Politiker stellen nur die ausführenden Organe des Volkes dar.
Das ist ein Quatsch von den übelsten Sorte; man darf ohne weiteres behaupten, daß die Macht des Volkes früher wesentlich ausgeprägter war als heute. Als das Volk damals sein Machtwort sprach, das heißt, die Mistgabel und Dreschprügel nahm und auf die herrschaftlichen Schergen losstürmte, so hatte es in der Tat buchstäblich die `Machtmittel` in der Hand, um die Dinge in seinem Sinn zu beeinflussen/ändern. Macht ist ja die Gewalt an sich, was bedeutet, daß das Machtwort nur durch Waffen eine Bedeutung bekommt; darum hatte das Volk damals, als die Waffen noch einfach waren, nur zum Hauen, Prügeln und Stechen gedacht, fast die gleichen Trumpfe in der Hand wie seine Herren, als es um das Sprechen des Machtwortes ging.
Heute ist das sogar noch schlimmer! Nicht nur, daß das heutige Volk gegen die, mit dem modernsten Hightech-Gerät ausgerüsteten, Riot-Control-Kräften nicht die minimalsten Chancen hat - die Erfahrungen von Budapest, Prag, Peking, Genua und mit Castor und sonstigen Machtproben belegen dies aufs Deutlichste. Noch wesentlich schwerer dürfte aber die Tatsache wiegen, daß das Volk durch die Medien im Kopf gewaschen wird, so denkt das Volk, das eigentlich nicht mehr denken kann, nicht mehr daran, für seine Rechte zu kämpfen, sondern ergibt sich in sein Schicksal und läßt alles mit sich geschehen.
Nur so viel über die fabelhafte Macht des Volkes.
Die Summe der Macht
Jeder hat ein bißchen Macht, das stimmt, doch was kann man schon damit großartig anfangen? Damit ist es wahrhaft wie mit Steuersenkung, die jedem Steuerzahler monatlich einige Groschen mehr bringt, die für sein Etat wegen der Geringfügigkeit absolut unwichtig sind, die aber als summa summarum in den Kassen des Kapital landen werden und dort schon ein Gewicht haben und die Macht des Kapitals mehren.
Und genauso ist es mit der Macht, die das Volk mit der Stimmabgabe, die eigentlich zutreffender als Machtabgabe bezeichnet werden sollte, an die Politiker abtritt, die dann damit in der Tat schon etwas anfangen können. Und die wenden dann die Macht an, doch nicht im Sinn des Volkes, sondern im Sinn des Kapitals, wie das unter anderem auch die Steuersenkung beweist, die, wie gesagt, durchaus das Kapital stärkt.
Wen die Macht zufrieden macht?
Fragt man drei Menschen, wie man ein bestimmtes Problem lösen kann, so würde (in meisten Fällen) einer von ihnen das meinen, der andere dies, und der dritte würde eine dritte Lösung parat haben. Alle drei würden natürlich behaupten, die anderen hätten keine Ahnung, und nur seine Lösung wäre richtig und hätte eine Aussicht auf Erfolg. Diese Situation ergibt sich aus unterschiedlichen Erfahrungen, genetischer und sonstigen Konditionierungen, und zeigt einmal mehr, wie unterschiedlich Menschen sind, und daß jedes Individuum seine eigene Vorstellungen vom Leben und Glück besitzt. Das heißt in der Konsequenz: in einer Gesellschaft, die durch die Macht bestimmt wird, kann kein Mensch tatsächlich zufrieden sein - außer jenen natürlich, die die Macht installiert haben, und sie nutzen.
Skeptisch
Man kann alle Menschen einmal, und einen Menschen immer anlügen, doch man kann nicht alle Menschen immer anlügen, heißt es... Na ja... Es ist eine Tatsache, daß die ganze Menschheit schon seit immer von der Macht mit den Unwahrheiten abgespeist wird.
Der kleine aber bedeutungsvolle Unterschied
Rom wurde bekanntlich nicht an einem Tag erbaut, doch könnte er in einer einzigen Sekunde zerstört werden - der Unterschied zwischen Kreativität und Macht.
Das Symbol der Macht
Im Fernsehen wird dem Volk einmal mehr Angst gemacht, wird ihm vorgeführt, daß er eigentlich keine Chance hat – es läuft eine Sendung über die allgegenwärtige Überwachung durch das `Fliegende Auge` (Hubschrauber mit Wärmebildkamera), durch Video, Satellit und Computer; dazu Nachrichten über die permanente Überwachung des gesamten Sateliten-Verkehrs durch den `Elektronischen Staubsäuger` der BKA (angeblich werden tagtäglich etwa acht Millionen Gespräche aufgezeichnet). Es entsteht der Eindruck von Hoffnungslosigkeit und Ausgeliefertsein an diese seelenlose, erschreckende, unberechenbare Technik, die den Menschen immer nachhaltiger, immer unbarmherziger, immer Bedingung- und lückenloser, immer totaler in den Griff bekommt.
Die Überwachung ist jedoch nur ein Instrument der Macht, die allgegenwärtig sein muß, will sie allmächtig bleiben. Gelingt es den Menschen die Macht abzuschaffen, wäre auch jegliche Überwachung überflüssig - ohne Machtansprüche wäre eine Überwachung sinnlos.
Das weitere Schicksal der Macht
Bisher war die Macht, obwohl sie sich in knallharten physischen Akten demonstrierte, doch mehr so eine Idealität. Sie war ja auch durch der geistigen Qualitäten ihrer Verwalter bedingt; bis zur Revolution bedeutete nur ein einmalig starker Geist die Befähigung, die Macht zu handhaben. Mit der proklamativen Politik der Demokratie, und insbesondere mit dem Aufkommen der Medien und der Noosphäre, materialisiert die Macht zunehmend. Sie wurde zu einer rein materiellen Angelegenheit des profanen Reichtums. Wer Geld hatte, konnte sich auch die, ihm angenehme Politik kaufen: die blenden aussehende Politschauspieler, die sie über den Medien dem Volke vorsetzten. Da aber der Geist beim Erwerben mehr hinderlich als nützlich ist, so verlor er sich aus der politischen Überlegungen und die Macht wird ausschließlich von Materiellen bedingt.
Zudem wird die Macht an die künstliche Intelligenz übergeben. Bereits heute werden so gut wie alle Vorgänge der Machtverwaltung von den Computer erledigt, der nicht nur die Verwaltung, Polizei und Justiz effizienter machen, sondern zunehmend auch die wichtigsten politischen Entscheidungen, sowohl auf der lokalen wie auf der globalen Ebene, maßgebend beeinflussen. Und es ist zu erwarten, daß mit weiterer Perfektionierung der Kybernetik die Macht als Sinn und Zweck der Gesellschaft ganz an den Computer übergeben wird.
Ein Ding der Unmöglichkeit?
Man darf nichts gegen die Macht haben: sie ist (leider) immer noch notwendig, besonders bei dem heutigen Zustand der Welt.
Doch müßte man dann wenigstens diese notwendige Macht extrem feinfühlig und weise verwalten: so weise, daß sich eines schönen Tages jegliche Notwendigkeit der Macht erübrigt.
nach oben
|
|